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Tipps und Tricks zum Thema Lernen

Ein Sprache lernen muss nicht schwer sein!

Wann Pausen machen?

Pausen sind keine Belohnung sondern eine Notwendigkeit
Es ist nicht einfach den richtigen Moment zu finden, wann eine Pause nötig ist. Sie haben es vielleicht auch schon selber bei sich gemerkt, dass man oft zu lange arbeitet. Man merktes selber erst zu spät, wann eine Pause nötig gewesen wäre.
Wenn man eine Pause macht, wenn man schon müde ist, ist es leider schon zu spät. Besser ist: Pausen machen bevor man unkonzentriert ist!
Je nach Stoff und Tagesform kann die Spanne der Aufmerksamkeit und Konzentration kürzer oder länger dauern. Halte ab und zu inne und kontrolliere: wie konzentriet bist du noch? Schweifen deine Gedanken ab? Dann ist es höchste Zeit ein Pause einzulegen!

Kurzpausen sind ein gutes Mittel die Aufmerksamkeit wieder  herzustellen. Eine Kurzpause dauert 3-5 Minuten.
Wichtig ist: nicht ans Lernen denken. Wie geht das? Durch andere Aktivitäten, die ablenken:
Liegestütze machen, ein Glas Wasser trinken, Znüni essen, etwas aufräumen, den Geschirrspüler ausräumen, sich strecken, eine Yoga-Übung machen, Musik hören und dazu singen, uvm.
Sogenannte Bewegungspausen sind sehr sinnvoll. Gleichgewichtsübungen erhöhen Konzentration.

E-Mails beantworten oder ein Handy-Spiel spielen haben leider den gegenteiligen Effekt. Die Konzentration und Aufmerksamkeit kann mit diesen Aktivitäten nicht wieder aufgebaut werden.

Was tut dir gut? Wie kannst du dich regenerieren?


"Active Recall" - die effektive Lernstrategie um Informationen aus einen Text zu lernen

Bei dieser wissenschaftlich getesteten Lernmethode stellst du dir Fragen wärend oder nach dem Lesen eines Textes. Das können Fragen wie: wer, wie, wo, wie viel, warum ,etc... sein. Diese Fragen erfordern eine kurze Antwort. Es können aber auch grössere, offenerer Fragen sein wie: kann ich das zusammenfassen, was ich gelesen habe? Kann ich den Vorgang erklären? 

Beim Erlernen einer Fremdsprach kannst du diese Methode anwenden, wenn du in deinem Grammatikbuch blätterst. Nach dem Betrachten und Lesen einer Seite schliesse du die Augen und erkläre dir selber den Punkt nochmal: Wozu gibt es diese Grammatikform (z. B. wofür braucht man den Konjunktiv I?), welches sind die Anwendungsbereiche? Wie sehen die Verben aus (Konjugation), wie sieht der Satz aus (Syntax), was muss ich besonders beachten?

Das Prinzip der Methode "Activ Recall" ist: man testet sich nach dem Lesen oder dem Aufnehmen der Information selber. 

Das kann man, wie oben beschrieben, mit geschlossenen Augen im Kopf also gedanklich machen. Oder man schreibt Fragen auf Kärtchen. Das sind zum Beispiel Fragen, die auch an eine Prüfung kommen könnte. Bei schwierigen und langen Texten empfehle ich folgendes Vorgehen.

1. Text lesen.
2. Fragen auf Kärtchen schreiben.
3. Text nochmal lesen.
4. Fragen beantworten.

Hier gibt es einen längeren, interessanten Artikel über die Methode.


Deine Einstellung ist wichtig

Hast du schon einmal etwas von der "self-fulling prophecy" gehört? Also von der Selbsterfüllenden Prophezeiung ? Ganz kurz erklärt:  wenn man sagt, so wird es, dann gibt es eine Chance, dass es so wird.
Ein Beispiel:
Du bist zu einer Party eingeladen. Du hast aber gar keine Lust und sagst du deiner Freundin: "Diese Party wird sicher total langweilig". Mit grosser Wahrscheinlichkeit wirst du an diesem Abend wirklich keine interessanten Gespräche haben. Und das hast du dir selber zu verdanken.
Angenommen du willst Französisch lernen. Für deine Firma, die in die Romandie expandiert, ist es ein grosses Plus, wenn du die Sprache von Molière sprechen würdest.
Wenn du dir immer wieder sagst:" Diese Wörter lerne ich nie! Diese Sprache ist so schwierig.", wirst du wohl: 1. weniger gern lernen, ergo 2. wirst Mühe haben, dich beim Lernen zu konzentrieren.
Im Hirn gibt es das Limbische System (habe ich aus dem Buch Neurodidakitk von Marion Grein und an ihren Workshops gelernt). Dieses entscheidet, ob einen Reiz hineingelassen, bzw verarbeitet wird oder nicht. Es entscheidet nach 3 Kriterien:
  • nütlich/unnützlich
  • angenehm/unangenhem
  • bekannt/unbekannt.
Ein bekannter Eindruck, der angenehm und nützlich ist, bekommt die maximale Aufmersamkeit und wird einfacher gespeichert. Zum Beispiel eine schöne Melodie, die du immer wiedererkennst und bald auch nachpfeifen kannst.

Unser Hirn ist auf Harmonie getrimmt. Gedanken und Eindrücke müssen zusammenpassen. Entweder werden die Gedanken der Realität angepasst (Erkenntnisse!) oder die Realität der Gedanken (Französisch ist wirklich eine schwierige Sprache, ergo nicht lernbar). Unsere Gedanken und die Einstellung gegenüber einer Sache können wir (teilweise) beeinflussen. Das sollten wir nutzen.
Ich meine jetzt nicht, dass wir es mit Beschönigen oder gar Selbslügen versuchen sollen.

Hier zwei einfache Tipps:
1. negative und verallgemeinernde Gedanken nicht aussprechen.
2. das Positive an der Sache suchen und aussprechen.

Die beste Methode die Zukunft vorauszusagen, ist, sie selber zu erfinden (Alan Kay)

Die Lernzeit planen

Behandle deine Lernzeit und die Hausaufgaben, die du von deiner Kursleiterin oder von deinem Lehrer bekommst, wie einen wichtigen Termin. Erstelle einen Termin in deiner (elektronischen) Agenda und halte den Termin ein. Respektiere deine Lernzeit und nimm keine Telefonanrufe entgegen.
Sei jedoch realistisch: lieber 3 bis 4 Mal nur 30 Minuten als zweimal eine volle Stunde einplanen.

Hier zwei einfache Tipps:
1. Lernzeit mit Agenda organisieren. Zeit blockieren und Termin einhalten.
2. Lieber kürzere Lerneinheiten planen, die auch wirklich eingehalten werden können.

Das Ziel ist das Ziel -  der Weg ist der Weg - aber manchmal ist auch der Weg das Ziel.


Sei nett zu dir selbst!

Behandle dich, wie eine liebe Freundin oder einen lieben Freund. Du hast Respekt verdient! Du hast nämlich schon ganz viel geschafft und es gibt keinen Grund, warum du den Rest nicht auch noch schaffen würdest.

Wenn du dich selbst beschimpfst ("Ich dumme Nuss"!),hat das negative Auswirkungen auf dein Lernen. Baue dein Selbstvertrauen lieber auf, als es zu zerstörten! Es braucht Zeit, sich daran zu gewöhnen, sich nicht bei jedem Missgeschick zu kritisieren.
Achte dich einmal, was du denkst, wenn du schon wieder dein Hausaufgabenheft suchst oder wenn du ein Glas Wasser umgestossen hast. Dann ersetzte das Schimpfen durch etwas Nettes. Du musst es immer wieder machen, bis es automatisch wird und du nicht mehr über dich schimpfst.

Bei den Hausaufgaben helfen Selbstgespräche, dich zu konzentrieren und dich zu motivieren. Du sagst zu dir selber (laut oder in deinem Kopf), was du zu tun hast (deine Ziele), was du machen musst, um sie zu erreichen (den Weg) und du lobst dich, wenn du es gemacht hast.

Hier drei einfache Tipps:
1. Nett und höflich geführte Selbstgespräche habe eine positvie Auswirkung auf dein Verhalten. Lies mehr darüber hier.
2. Sei dein eigener netter Lehrer und gebe dir Anweisungen: "So, Irene, jetzt mach zuerst dein Buch auf und lese, was das Ziel der Einheit ist."/"Gut, hast du das verstanden?" / "Lies die Aufgabe nochmal, du kannst sie ja so oft lesen, wie du willst". Und so weiter.
3. Vergiss nicht, dich auch mal zu loben!

Wohlwollen und Wertschätzung mit dir selber bringt dich weiter!


"Vorsichherschieberitis" (Prokrastination)

Wer kennt das nicht: es muss eine unangenheme Arbeit getan werden. Aber irgendwie kommt immer wieder etwas dazwischen.Schnell zuerst noch en Abwasch erledigen, dann macht man sich noch kurz einen Tee und liest ein bisschen Zeitung. Und plötzlich ist die Zeit vergangen und man sagt sich:" Schon so spät? Jetzt lohnt es sich ja gar nicht mehr, wenn ich damit anfange."

Dafür gibt es auch einen Fachausdruck, den man benützt vor allem wenn es krankhaft wird: Prokrastination. Tönt nicht so schön....

Es gibt einen einfachen Tipp, wie ich mich vielleicht eher an eine Arbeit wage. Dieser Trick funktioniert gut, wenn es viel Arbeit ist und ich Angst habe, nicht alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Er funktioniert, wenn mir die Aufgabe als riesigen Berg erscheint.
Ich überliste mich selber, indem ich mir sage:

Gut, das ist sehr viel, ich mache doch einfach mal den Anfang, dann sehe ich weiter.

Beispiel: mit der Ofenuhr

Ich muss 3 Seiten Mathe-Aufgaben machen. Ich kann nicht realisitisch einschätzen, wie lange das dauern wird, bis ich fertig bin, weil ich nicht weiss, wie schwierig die einzelnen Aufgaben für mich sein werden. Darum kommt mir diese Aufgabe riesig und unüberwindbar vor.

Der Trick: ich stelle meine Ofenuhr auf 30 Minuten ein und sage mir: So, ich fange mal an. Ich mache jetzt konzentriert 30 Minuten lang Aufgaben aus dem Mathe-Heft. Nach 30 Minuten schaue ich, wo ich stehe und entscheide, ob ich weitermache oder nicht.
Oft macht man weiter, wenn man sich in die Arbeit vertiefen konnt. Wenn man nicht weiter macht, hat man wenigstens schon den Anfang gemacht - besser als nichts.

Beispiel: Arbeit zerstückeln

Ich muss die Wörter der letzten 3 Lektionen kennen für einen Test in Französisch. Das sind sicher etwa 100 Wörter. Keine Ahnung aber meeeega viel. Ich habe noch eine Woche Zeit dafür. Seit 5 Tagen weiss ich es und habe noch nichts gemacht.
Auch hier erscheint mir die Arbeit riesig und kann schlecht einschätzen, wie lange ich daran haben werde. Da hilft: zerstückeln.

1. Ich schaue mir die Liste an und streiche die Wörter, die ich schon gut kann (ehrlich zu sich sein!)
2. Die restlichen Wörter unterteile ich in Blöcke, sodass ich heute mal mit dem ersten Block von 10-15 Wörter anfangen kann.

Diese Blöcke sehen weniger abschreckend aus, als die ungefähr 100 Wörter der 3 letzten Lektionen. Die Arufgabe ist überschaubar und machbar. Das Zeil ist erreichbar.

Nichts ist unmachbar, wenn du es in kleine machbare Einheiten einteilst.




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Immer neugierig bleiben!
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