Prokrastination ist kein Gemüse

Prokrastination

…ist kein Gemüse

Wer kennt das nicht: es muss eine unangenehme Arbeit getan werden. Aber irgendwie kommt immer wieder etwas dazwischen. Schnell zuerst noch en Abwasch erledigen, dann macht man sich noch kurz einen Tee und liest ein bisschen Zeitung. Und plötzlich ist die Zeit vergangen und man sagt sich:“ Schon so spät? Jetzt lohnt es sich ja gar nicht mehr, wenn ich damit anfange.“

Dafür gibt es auch einen Fachausdruck, den man benützt vor allem wenn es krankhaft wird: Prokrastination. Tönt nicht so schön…. „Vorsichherschieberitis“ tönt aber auch nicht viel besser. Hier ein paar Tricks, wie man beim Lernen Prokrastination vermeidet.

Es gibt einen einfachen Tipp, wie ich mich vielleicht eher an eine Arbeit wage. Dieser Trick funktioniert gut, wenn es viel Arbeit ist und ich Angst habe, nicht alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Er funktioniert, wenn mir die Aufgabe als riesigen Berg erscheint. Aus der Angst zu Versagen (es nicht zu schaffen), fange ich lieber erst gar nicht an. Das ist Prokrastination oder eben „Vorsichherschieberitis“.

Also, wie funktioniert nun dieser Trick?
Ich überliste mich selber, indem ich mir sage: „Ok, das ist schon sehr viel, ich mache doch einfach mal den Anfang, und dann sehe ich weiter.“ Ich lasse mir die Option offen, nicht alles zu machen. Ich stecke mein Ziel also so, dass es realistisch erscheint.

Hier zwei konkrete Beispiele, wie ich das mache:

1. Beispiel: sich mit der Eieruhr überlisten

Ich muss 3 Seiten Mathe-Aufgaben machen. Ich kann nicht realisitisch einschätzen, wie lange das dauern wird, bis ich fertig bin, weil ich nicht weiss, wie schwierig die einzelnen Aufgaben für mich sein werden. Darum kommt mir diese Aufgabe riesig und unüberwindbar vor.

Der Trick: ich stelle meine Ofenuhr auf 30 Minuten ein und sage mir: So, ich fange mal an. Ich mache jetzt konzentriert 30 Minuten lang Aufgaben aus dem Mathe-Heft. Nach 30 Minuten schaue ich, wo ich stehe und entscheide, ob ich weitermache oder nicht.
Oft macht man weiter, wenn man sich in die Arbeit vertiefen konnt. Wenn man nicht weiter macht, hat man wenigstens schon den Anfang gemacht – besser als nichts.

PS: Funktioniert bei mir auch beim Fensterputzen. 🙂

2. Beispiel: die Arbeit zerstückeln

Ich muss die Wörter der letzten 3 Lektionen kennen für einen Test in Französisch. Das sind sicher etwa 100 Wörter. Keine Ahnung aber meeeega viel. Ich habe noch eine Woche Zeit dafür. Seit 5 Tagen weiss ich es und habe noch nichts gemacht.
Auch hier erscheint mir die Arbeit riesig und kann schlecht einschätzen, wie lange ich daran haben werde. Da hilft: zerstückeln.

1. Ich schaue mir die Liste an und streiche die Wörter, die ich schon gut kann (ehrlich zu sich sein!)
2. Die restlichen Wörter unterteile ich in Blöcke, sodass ich heute mit dem ersten Block von 10-15 Wörter anfangen kann.

Diese Blöcke sehen weniger abschreckend aus, als die „ungefähr 100 Wörter der 3 letzten Lektionen.“ Die Arufgabe ist überschaubar und machbar. Das Zeil ist erreichbar.

Nichts ist unmachbar, wenn du es in kleine machbare Einheiten einteilst. (Wahrscheinlich von Hery Fod)

Prokrastination kann auch zu ernsthaften Problemen im Leben führen und darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Seien Sie nicht böse mit sich, wenn es nicht klappt, holen Sie sich lieber professionelle Hilfe!


Rufen Sie mich an, wenn Sie sich für ein Lerncoaching interessieren. Zusammen finden wir heraus, wie Sie am effizientesten lernen! Telefon 078 206 1001.